"In Bolivia nothing is sure, but everything is possible."

Erstmal moechte ich mich dafuer entschuldigen, dass ich so lange nichts mehr von mir hab hoeren lassen, aber hier ist in letzter Zeit sehr viel passiert und ich hatte immer nur sehr kurz, wenn ueberhaupt, Zugang zum Internet.

Also ja! Ich lebe noch! Und nein, ich bin immernoch nicht in Sucre, sondern in La Paz, aber erstmal alles von vorne.

Das Camp war wunderbar! Wir waren ungefaehr 19 Freiwillige aus den verschiedensten Laendern. Neben uns 9 deutschen Maedels ;) waren noch 3 aus Finnland, einer aus Daenemark, 2 aus England, 2 aus Frankreich, eine aus Oesterreich und sogar eine aus Japan mit dabei. Eine sehr gute und aufgeweckte und sympatische gruppe!

Wir haben uns alle mitten in La Paz getroffen um dann mit einem grossen Bus in die Yungas zu fahren. Der Bus sah schon von aussen eher wackelig aus und ich frage mich bis heute, wie er zusammenhalten konnte!

Nichts ahnend sassen wir also alle in diesem Bus, nur die Teamer und Spanischlehrer wussten wo es lang geht. Nach gefuehlten Stunden Verspaetung sind wir dann endlich losgefahren. Nach ungefaehr 5 Minuten haben wir dann die erste Pause gemacht und niemand wusste richtig warum. Nach 10 Minuten ungefaehr ging es dann weiter, bis 5 Minuten spaeter wieder eine Pause gemacht wurde. Dieses mal war der Grund, dass noch Obst und Saft gekauft werden musste. Dafuer hat sich das warten auch echt gelohnt ;) In dieser Pause wurde dann erzaehlt wo wir langfahren: Die Strecke wird hier liebevoll von allen "Death Road" genannt. Und als kleiner Hoffnungsschimmer kam noch der Satz dazu: "Ja, es gab erst gestern wieder einen Unfall."

Wir haben uns alle sichtilich unwohl gefuehlt! :D Als wir dann auf der Strasse waren, wussten wir auch sofort warum diese Strasse Death Road genannt wird:  Es ist eigentlich nur eine Schotterpiste am Berg entlang nach unten und so eng, dass gerade so ein ein Bus drauf passt. Am Rand geht es dann einfach ganz steil nach unten. Wenn uns dann doch jemand, meistens auch noch ein 2. Bus, entgegenkam, sind wir so nah an den Abgrund herangefahren, dass wir uns alle schon unsere letzten Wuensche mit auf den Weg gegeben haben. ABER: Ich lebe noch! Und alles ist gut. Uns ist nichts passiert.

Unser Haus mitten in den Yungas war wirklich wunderschoen! Es war sehr gross, UND: wir hatten einen Pool! YES! :) Und das Essen war echt der Wahnsinn. Unser Tagesablauf war immer so: Erst gab es Fruehstueck, dann einen Aufmunterer, danach hatten wir Spanischunterricht, danach gab es Mittag, zwischendurch noch ein 2. Fruehstuck, nach dem Mittag hatten wir Pause, dann gab es was kleines zum Kaffeetrinken, dann hatten wir eine Einheit, wie zum Beispiel "Wissenswertes ueber Bolivien" dannach gab es Abendbrot und dann haben die die Freiwilligen ihr jeweiliges Land vorgestellt. Es war wirklich ein wunderbares Camp und ich bin sehr schade, dass es schon vorbei ist! Am letzten Abend gab es dann noch eine "Fiesta", wo wir typische bolivianische Taenze kennen gelernt haben und typische Getraenke. Wunderschoen! Am Abreisetag hat es dann jedoch geregnet, und die Strasse war ganz aufgeweicht, was die Rueckfahrt noch nervenkitzliger gemacht hat als die Hinfahrt. Aber auch die Rueckfahrt haben wir ueberlebt. :)

Am Montag danach um 20 Uhr waere eigentlich unser Bus nach Sucre gefahren. Das war unendlich viel Stress, weil wir viel zu spaet von zu Hause losgegangen sind und dann war auch noch Stau in der Stadt, weil es einen grossen Protest von den Minenarbeitern gegeben hat. Wir waren also 10 vor 20 Uhr im Busbahnhof und unser Ansprechpartner fuer Sucre war schon ganz gestresst, weil der Bus gleich fuhr. Ich war aber die erste von uns 3 Freiwilligen die in Sucre sein werden. Ich sass also schon im Bus. Punkt 20 Uhr kam dann Johanna. Wir sassen dann zu 2. im Bus, aber Katharina, die 3. Frewillige, kam einfach nicht. Oscar war schon ganz aus dem Haeusschen und ist nochmal rausgegangen. Dann ist der Bus losgefahren. Johanna und ich sassen ganz alleine da, ohne Tickets und ohne nichts und wussten nicht was wir machen sollten, weil Oscar ja auch wieder rausgegangen ist und wir nicht wussten, da es ein Doppelstockbus war, ob er jetzt im Bus war oder nicht. Kurz darauf kam natuerlich auch ein Fahrkartenkontrolleur und da wir beide noch nicht wirklich spanisch konnten, konnten wir ihm auch nicht erklaeren was gerade los war und wir waren total panisch. Aber Oscar kam dann doch noch kurz vor dem Chaos und hat die Fahrkarte gezeigt, als sich herrausstellte, dass wir heute leider doch nicht fahren konnten, weil es grosse Protest und Blockaden in Oruro, ein Teil von Bolivien, gaebe. Also mussten wir alle wieder aussteigen, Katharina war inzwischen auch schon eingetroffen und haben unser Geld wieder bekommen. Niemand wusste so genau wann wir denn nun abreisen konnten und wir haben bis heute, also 2 tage lang gewartet und es gab schon die Moeglichkeit vielleicht sogar mit dem Flugzeug zu fliegen, weil wir ja eigentlich in Sucre sein muessen! Aber jetzt ist es zwar noch immer nicht geklaert, aber wir nehmen einen Umweg und fahren heute endlich mit dem Buss los, zwar ueber Umwege und so 2-4 Stunden mehr, aber ich bin wirklich froh, dass es jetzt endlich losgeht!

Es war auf jeden Fall eine ereignissreiche und lustige Zeit in letzter Zeit und mit geht es hier noch immer wunderbar!

Meine beiden "Kolleginnen" sind auch super nett und ich verstehe mich super mit ihnen! Aber ich werde wohl vorraussichtlich allein in meinem Projekt sein, wovor ich doch ein bisschen Angst habe, aber ich werde ja sehen.

Morgen werde ich also endlich in Sucre sein. Wahrscheinlich. Denn wie Oscar so schoen gesagt hat: "In Bolivia nothing is sure, but everything is possible."

In diesem Sinne,

die allerbesten Gruesse aus dem chaotischen, aber wunderbaren Bolivien

 

Leila

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mu Clau (Sonntag, 16 September 2012 19:03)

    klingt sehr interessant, was da passiert ... und ich bin froh, dass ich alles erst hinterher erfahre, das wärs noch, in Panik zu verfallen, während du Todesstrassen runtergurkst ... oder hoch....