Ein Hund kommt selten allein ;)

Ich bin ganz ehrlich: Blog schreiben finde ich sehr anstrengend! Aber ich geb mir Muehe, es oefter zu machen. Aber es gibt ja auch nicht jeden Tag etwas zu erzaehlen ;)

 

Ich habe mir geacht, jetzt doch etwas ueber meinen ersten Arbeitstag zu erzaehlen und auch generell ueber meine Arbeit hier.

Also der erste Arbeitstag war absolut nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt habe! Ich war puenktlich (!) 5 vor 3 am Nachmittag vor meinem Projekt. Und auch vor verschlossener Tuer. Aber gut, das muss ja nix heissen! Also habe ich mich hingesetzt und gewartet. Und gewartet. Und gewartet und gewartet. Nach einer halben Stunde kam es mir dann doch schon ein bisschen seltsam vor und ich habe Oscar angerufen. Er meinte: "Jaja, warte mal noch eine Viertelstunde. Wenn dann immernoch niemand da ist, kannst du nach Hause gehen." Also habe ich noch eine VIertel Stunde gewartet und gerade als ich gehen wollte, kam Lis angerannt und meinte lachend: "Oh, hab ich ganz vergessen." Prima!

Meine erste Aufgabe war es dann, Zeitungen nach Datum zu sortieren, die Werbung herauszunehmen und sie dann zusammenzuheften. Dafuer hab ich dann eine Stunde gebraucht und hatte noch eine Stunde bis zum Feierabend. Aber in dieser Stunde gab es leider nichts fuer mich zu tun und ich habe dann eine Stunde lang dagesessen und auf meinen Feierabend gewartet. Nunja. War halt der erste Arbeitstag, aber ich habe mir schon gedacht: Wo bin ich hier gelandet?? Vor allem weil auch wirklich niemand Englisch spricht! Sondern nur Spanisch! Aber wir konnten uns schon verstaendigen... Irgendwie.

Der zweite Arbeitstag war aber noch verschaerfter! Diesmal bin ich 10 Minuten zu spaet gekommen (nicht mit Absicht! Es war sehr viel Verkehr und ich muss einmal durch die ganze Stadt) und musste nicht warten. Dafuer gab es diesmal gar nichts fuer mich zu tun. Mir wurden 3 Buecher hingelegt, die allesamt auf Spanisch waren, in denen die Arbeit von ASE beschrieben ist und ich sollte sie lesen. 3 Stunden lang. Das war alles. An dem Tag hatte ich echt Angst um mein Jahr, muss ich zugeben!

Aber diese Angst hat sich dann am naechsten Tag schon wieder in Luft aufgeloest, denn da sind wir in ein Projekt gefahren. Das sogenannte "Centro Solidaridad". In diesem Centro leben und lernen Jungen, die es in der Gesellschaft nicht so einfach haben. Das heisst: Jungen mit Behinderung oder mit Lernschwaeche oder auch anderem. ASE arbeitet schon lange mit diesem Projekt zusammen, um Moeglichkeiten zu zeigen, wie man gut mit der Umwelt umgehen kann. Als wir ankamen stand dort ein langer Tisch mit selbstgebastelten Autos aus Plasteflaschen. Das war echt sehr schoen anzuschauen! :) Wir haben dann spaeter mit den Jungen Papier geschoepft. Das heisst, erst haben wir benutztes Papier in kleine Teile zerrissen und in eine Wanne voll Wasser getan. Dannach haben die Jungen daraus Papier gemacht. Zwischendurch gab es noch ein Sandwich mit Brot, was auch die Jungen selbst gebacken haben. Also es war wirklich ein schaener Vormittag, der mir auch einen besseren Einblick in die Arbeit von ASE verschafft hat.

Am Abend gab es dann im Projekt eine kleine Feier mit Essen und Cola, weil am naechsten Tag Fruehlingsanfang war. Bei dieser Feier waren alle Freiwilligen, die bei ASE arbeiten, eingeladen. Das war sehr schoen, mal die meisten anderen Freiwilligen, die alle aus Bolivien sind, kennen zu lernen! Und sie sind auch wirklich alle wunderbar und ich freu mich jetzt schon sehr sehr auf mein Jahr! :)

Ich habe jetzt auch mitlerweile eine "Arbeitskleidung" fuer die Projekte bekommen.

Bilder stell ich so bald es mir moeglich ist rein! :)

Also: Ich bin schon mitten in der Arbeit drin (heute habe ich ein Plakat beschrieben) und es macht mir sehr viel Spass! Auch wenn ich gestern wieder eine Stunde vor verschlossener Tuer warten musste...

 

Ansonsten gibt es hier einfach ueberall Hunde. Egal wo man hinkommt es gibt einen Hund. Und man kann sich sicher sein, wenn man einen Hund sieht, dass noch mindestens 3 in der Naehe sind und gleich hinterherkommen. Das ist wirklich unglaublich und auch traurig zugleich, weil sie alle auf der Strasse leben. Mir wurde gesagt, dass sie wenn sie noch klein sind, von allen geliebt werden, weil sie so suess sind, und wenn sie dann groesser werden, werden sie vor die Tuer gesetzt, weil sie nicht mehr so suess sind. Das ist wirklich absolut erschreckend, vor allem wenn man sieht, wieviele Leute einen kleinen Hund mit sich herumtragen und man wess, dass er schon bald in Muelltueten nach essbarem Zeug sucht. Das ist eine wirklich erschreckende Seite an Bolivien!

Es gibt, wie ich schon geschrieben habe, auch in meiner Familie einen Hund. Aber dem geht es nicht besser als den Strassenhunden. Er wohnt nur auf dem Balkon, der auch nicht wirklich gross genug ist, um dort zu wohnen, wird nur besucht, wenn er etwas zu essen bekommt und bekommt auch nur die uebriggebliebene Suppe vom Mittagessen. Das ist wirklich traurig! Und ich spiele mit dem Gedanken, mal etwas Hundefutter kaufen zu gehen, weil ihm die Suppe sichtlich nicht schmeckt, aber das wird auch nichts bringen, weil er sich dann an das Hundefutter gewoehnt und wenn ich weg bin, wieder Suppe bekommt. Aber ich gehe ihn ab und zu besuchen und spiele ein bisschen mit ihm. Immerhin.

 

Ich habe auch schon das erste gefunden, was mir hier nicht schmeckt! Und das sind Salteñas. Ich kann nicht wirklich sagen warum, aber es schmeckt mir einfach nicht. Ich hoffe aber, dass es das einzige bleiben wird ;) Denn das Essen ist hier wirklich, wirklich gut! :)

Lohnt sich mal vorbei zu schauen ;)

 

Auf bald!

 

Leila

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Kommentare: 5
  • #1

    Christoph p. (Mittwoch, 26 September 2012 14:16)

    ach Leila,ein Herz für Alles und Jeden-und für Hunde...einfach schön :)

  • #2

    Stopfel (Donnerstag, 27 September 2012 00:02)

    Was sind Salteñas? Schöne grüße aus dem Herbstlichem Berlin

  • #3

    yvi (Mittwoch, 03 Oktober 2012)

    jap,was ist das?
    klingt traurig mit den hunden :(
    herzlichst :*

  • #4

    Leila (Mittwoch, 03 Oktober 2012 19:46)

    Christoph: Hier muss man einfach ein Herz für Hunde bekommen ;)

    Stoffel und Yvi: Salteñas sind gefüllte Teigtaschen. Ganz grob umschrieben ;)da kann alles mögliche drin sein... Aber es ist sehr sehr fettig und süß und herzhaft gleichzeitig irgendwie...

  • #5

    Mu Clau (Donnerstag, 04 Oktober 2012 16:45)

    ... so ist es. Saltenas sind fettig, weil sie mit viel viel Butter oder Öl zubereitet werden.
    Und traditionell sind sie gefüllt mit Rindfleisch, vielen Zwiebeln, gekochtem Ei und Olive. Oder mit Huhn und vielen vielen Zwiebeln.... wir haben uns daran versucht zu Leilas Konzert und sie gingen ab wie warme Semmeln. Aber mir waren sie auch viel zu fettig.... (: